Baden unter Wasserfällen in einem der Naturwunder Europas

Samstag, 26. August 2017

Start 47.385
Ziel 47.410
Strecke 26 km
Fahrzeit 1 Stunde
Durchschnittsverbrauch 11,3 Liter
Geschwindigkeit 31 Kmh

Heute war wieder wecken angesagt – wir wollen in den Nationalpark Krka.
Ich laufe vor zum Bäcker im Supermarket und komme mit sauguten Croissants, einem Körnerbrot und Brötchen für H+K zurück. Beide decken schon den Frühstücktisch. Klaus und ich sind im Zugzwang.

Während des gemütlichen Frühstücks kommt der junge Mann von gestern vorbei und will wissen, wann wir denn nun endlich fahren. Schließlich habe er genau auf diesem Platz ein paar Tage verlängert. Wir beruhigen das nervöse Hinkel und starten Punkt 10 Uhr. Mit Kurtaxe und Rezeptionsgebühr sind es dann doch stolze 50 €, die ich für eine Nacht und zwei Personen löhne. Da bleibt mir schon ein bisschen die Spucke im Hals stecken. Ich zwinge mich zu der Standardphrase in diesem Fall: „Wir haben doch Urlaub!!!!“

Um Viertel nach 10 sind wir wieder auf unserer geliebten B 8 Richtung Skradin, dem Haupteingang des Nationalparks. Bei satten 31 Grad und wolkenlosem Himmel  erledigen wir noch unseren Einkauf. Wir entscheiden uns für das Camp Marina (40 Stellplätze), einem kleinen Privatplatz und checken für einen Gesamtpreis von 18 € ein! Das ist der absolute Tiefstpreis in diesem Urlaub. Mobbern? Fehlanzeige. Wir bekommen gute, schattige Plätze mit einer riesigen Womoterrasse, es gibt sogar einen kleinen sehr sauberen Pool und gute saubere Sanitäreinrichtungen. Sogar eine  kleine Konoba, hübsch eingedeckt, lädt zum Essen ein.

Camp Marina Krka NP

Der ‚hauseigene‘ Shuttle war bereits weg. Deshalb bauen wir Fiete für einen Ausflug zu viert um, und los geht es in den 5 Kilometer entfernten Naturpark zum Eingang von Lozovac, der auf ‚Feldberghöhe‘ liegt. Damit folgen wir der Empfehlung des Chefs unseres Campings, was sich später als kleiner Nachtteil entpuppt. Der riesige Parkplatz ist kostenlos.

H und K und K auf neuen Wegen

Wir stehen bei brütender Hitze ein viertel Stündchen am Kartenhäuschen in der Touri-Schlange und sind High Noon im Park, fast. Jetzt geht es noch mit großen Shuttlebussen zum tatsächlichen Eingang. Unser Eindruck: alles wirkt ruhiger und gemächlicher, als im Nationalpark Plitvicer Seen.

Die zentrale natürliche Sehenswürdigkeit im Park ist ‚Skardinski buk‘, einer der größten und schönsten kroatischen Wasserfälle, an denen dramatische Szenen des Winnetou-Films „Der Ölprinz“ gedreht wurden. Das Gebiet umfasst den größten Teil des fischreichsten Flusses Krka. In der alten Fischerperlenstadt Skradin, dem anderen Eingang zum Nationalpark, verwandelt sich der Flusslauf in eine lange, tiefe Meeresbucht. Skrandinski buk, unseren smaragdgrünen Ziel-Wasserfall mit kristallklarem Wasser, der aus Rauwackenbarrieren, Inselchen und Seen besteht, müssen wir erst erlaufen.

Es geht auf Holzstegen entlang, ähnlich derer von den Plitvicer Seen. Es ist herrlich grün, überall sprudelt und plätschert Wasser um uns herum. Wir sind der einhelligen Meinung, dass uns dieser Park besser gefällt. Nach unzähligen Fotos und knappen 2 Kilometern liegt Skrandinski buk in seiner ganzen Schönheit vor uns. D. h., man muss sich die Scharen von sich im Wasser tummelnden Touris wegdenken. Auch wir stehen auf der mit tausenden von Selfiestangen und Menschen überfrachteten Brücke, auf der 1964 Old Shatterhand zur Missionsstation ritt. Und trotzdem bietet sich uns ein grandioses Bild.

An einem schattigen Plätzchen ziehen uns unsere Badeklamotten an und steigen auch in die türkisgrünen Wasser – bis auf Kurt. Er passt mit Luchsaugen auf Kameras und Rucksäcke auf. Klaus und ich kämpfen uns über glatte Travertinsteine vor bis zur Absperrung unter den Wasserfällen. Es ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Ich löse K. ab und Klaus schwimmt ein Stück den Krka-River entlang.

Jetzt ist Kaffeepause angesagt. Nach dem Snack wollen wir noch Boot fahren, nach Skradin und wieder zurück. Leider klappt das nicht. Diesen Vorteil hat man ausschließlich, wenn man vom Eingang Skradin in den Park kommt. Das hätten wir wissen sollen. Sehr schade.
Auf dem Rückweg zu den Shuttlebussen erhaschen wir noch ein paar schöne Bilder, ein Verrückter springt an verbotener Stelle einen  ca. 7 Meter hohen Wasserfall hinunter. Und auch an anderer Stelle baden vereinzelte Verrückte. Wir besuchen noch die Wassermühlen am Ausgang und bekommen gleich den nächsten Bus.

Fiete wird erstmal gut durchgelüftet und um 17:30 Uhr sitzen wir auf der Womo-Terrasse und chillen. K. und ich nutzen für ein paar Bahnen den Swimmingpool, bevor wir grillen. Same procedere as every day: wir begutachten die Bilderausbeute und schmökern.

Es ist noch 24 Grad draußen, wolkenlos und sternenklar.

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