Auf der Welterbe- und Blumeninsel Reichenau

Dienstag, 23.06.2020
Radtour: 44 Kilometer

Unser heutiges Ziel ist die ‚Gemüse- und Welterbe-Insel‘ Reichenau im westlichen Bodensee.

Wir treffen uns wieder an der Rad- und Fußgängerbrücke in Konstanz.
Weil die Männer WG heute Abend zum Grillen zu den Campern kommt, möchten Thomas und Klaus das Grillfleisch vom ‚KILO-Metzger‘ kaufen, den sie durch Zufall entdeckt haben. Deshalb fahren wir zunächst kreuz und quer und hin- und zurück durch einen Teil der Bodenseestadt, um diesen Wahnsinns-Metzger zu finden. Erfolglos und ein bisschen genervt geben wir die Suche auf. Auf dem Rückweg von der Reichenau wollen die Jungs einen zweiten Versuch starten.

Der Radweg zur Insel verläuft parallel zur Bahnlinie. Die letzten Meter zur größten Insel im Bodensee führen über einen von Pappelreihen gesäumten 1300 Meter langen Damm und einen dichten Schilfgürtel in der Flachwasserzone. Der Reichenauer Inseldamm wurde schon vor über 180 Jahren angelegt und ist heute der Endpunkt der Deutschen Alleenstraße, die auf rund 2900 Kilometern von Rügen bis zum Bodensee führt. Zwischen der Insel und dem Seerhein liegt das Wollmatinger Ried, eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands.

 

Wir starten mit dem Rad-Rundweg in Oberzell und fahren gegen den Uhrzeigersinn.
Gleich zu Beginn treffen wir auf die erste der drei mittelalterlichen Kirchen: St. Georg. Sie ist seit 888 bis heute nahezu unverändert und zeugt von einer kulturellen, religiösen und politischen Blütezeit des Abendlandes.
Bei Riebels, einem vorzüglichen Fischrestaurant, gibt es sagenhafte Fischbrötchen. Aber die Gruppe hat noch keinen Hunger. Schade.

In Mittelzell am Yachthafen machen wir ein Trink- und Picknick-Päuschen. Klaus entdeckt brütende Blesshühner im seichtem Wasser unweit des Ufers. Das war für unsere Naturliebhaber das Highlight des Tages.

Auf der Weiterfahrt kommen wir an der zweiten der drei Welterbe-Kirchen vorbei, dem Münster St. Maria und Markus. Wir fahren durch Gemüse- und Blumengärtnereien, an Kräuterfeldern und sogar Rebhängen vorbei und entdecken noch Schloss Königsegg.  Die Felder wirken auf mich wie Flickenteppiche. Ich empfinde die komplette Insel als sehr natürlich, authentisch und genieße die Ruhe und Beschaulichkeit.

Hinter dem Strandbad geht es nach Niederzell und damit zu Kirche Nummer drei: St. Peter & Paul. Hier an der nördlichen Spitze nutzen wir den Uferweg für die Wanderer. Der führt uns zu einem der schönsten Campingplätze am Bodensee, zum Camping Sandseele. Hier soll es legendäre Sonnenuntergänge- auf neudeutsch ’sundowner‘ geben!

Hinter dem Fähranleger auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt bringen wir es tatsächlich fertig und verfahren uns! Ganz großes Kino!!! Ohne es zu wissen stehen wir dadurch genau am Abzweig zum Hochwart, DEM Aussichtspunkt auf der Reichenau. Ich frage eine Anwohnerin nach dem Weg Richtung Konstanz. ‚Es gibt zwei Möglichkeiten von hier‘, antwortet sie. ‚Einen direkten Weg und den Weg über den Hochwart‘. Die Steigung sei zu schaffen und wir würden auf jeden Fall etwas großartiges verpassen, denn die höchste Erhebung auf der Insel bietet einen unbeschreiblichen Rundblick.
Die Neugier siegt und wir entschließen uns für die Variante Hochwart. Es geht schon ziemlich bergauf. Trotz mittlerweile gutem ‚Hügeltraining‘ steige ich die letzten 100 Meter vom Rad und laufe. Und richtig die Blicke auf Insel und den westlichen Teil des Bodensees sind überwältigend.

Auf der Rückfahrt machen wir mal wieder eine Drohnen-Flugpause. In Konstanz angekommen  geht die Männer-WG wieder auf Suche nach dem Kilo-Metzger. Diesmal klappt es.
Wir Camper sorgen in der Zwischenzeit für genügend Sitzgelegenheiten und bereiten die Grills vor. Kurze Zeit später kommt das Grillfleisch angeradelt.

Das Fleisch ist erste Sahne, die Salatsoße von Jo der Hammer und die Laune bestens. Wir verbringen einen lustigen Abend!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.