Ad Blu, Baustellenwahnsinn und Wehmut

  1. Tag, Sonntag, 04. August 2019

Keine Eile, keine Hetze.
Frühstücke gemütlich und mache Fiete II reisefertig für den letzten Trip nach Frankfurt.
Dummerweise geht die Klappe für die Toilettenbox nicht auf. Der nette Andi vom PÖSSL-Zwillingsbruder neben mir ist sofort zur Stelle und kann helfen. ‚Dieses Problem hatten wir auch schon‘, meint er. ‚Durch die Sonneneinstrahlung schmilzt das Silikon in der Schlossvorrichtung und verklebt‘. Mit ein bisschen Gewalt geht der Deckel auf, ich lege kleine Papierstückchen hinein, und alles ist wieder gut. Dabei entwickelt sich ein nettes längeres Gespräch über dies und das und ich komme dadurch erst spät weg.

Zunächst muss ich das ‚Ad Blu‘ Problem lösen. Habe im Internet eine ‚Ad Blu Tankstelle‘ in der Nähe der Autobahn gefunden. Ich komme dort an und alles sieht irgendwie ‚tot‘ aus. Na super, denke ich, steige aus und schau mir die Lage an. Und richtig, es gibt einen Zapfhahn für ‚Ad Blu‘! Ich lese mich in die Bedienungsanleitung ein und es klappt. Tanke 8 Liter und der Hinweis in Fietes Elektronik ist weg.

Auf der Fahrt gibt es genau sieben Baustellen, von denen nicht Eine ohne längeren Stau zu durchfahren ist. Vor dem letzten kurz vor Offenbach nehme ich eine Abfahrt, die mich kilometerweit nach und durch Offenbach bringt. Endlich der Kaiserleikreisel, die 661 und ich komme nach 5 ½ Stunden anstrengender Fahrt nach 31 Tagen zu Hause an.

Apulien – Land zwischen den Meeren – ist Geschichte!
Ich werde die Hügelorte mit weiß getünchten Häusern, das jahrhundertealte Ackerland und die 850 Kilometer lange Küste vermissen. Das klare Wasser, die langen Sandstrände, die endlosen Weinfelder und Olivenhaine, die zahllosen Kaktusfeigen-Hecken, die Fischmärkte, die Orecchiette pugliesi und die Burrata. Ich bin wehmütig.
In Erinnerung bleiben besonders das ‚Valle d’Itria‘ wo es eines der besten Olivenöle Italiens gibt und endlose Weinfelder, ‚Bari‘, die Hauptstadt mit den hart aufeinander treffenden sozialen und architektonischen Gegensätzen, die weiße Stadt ‚Ostuni‘,Lecce‘, die Hauptstadt des europäischen Barocks, das Florenz des Südens, das bedeutende mittelalterliche Architekturdenkmal ‚Castel del Monte‘, ‚Alberobello‘, die Hauptstadt der runden Trulli und der Stiefelsporn ‚Gargano‘.
Ich will am liebsten sofort wieder hin.

Ich bin insgesamt 4730 km gefahren und habe dafür 77 Stunden am Steuer gesessen,  3 Tage und 5 Stunden. Davon habe ich 770 Kilometer in den Regionen Apuliens verbracht.  Für Camping- und Stellplätze, Maut und Diesel, habe ich 1.575 Euronen gelöhnt, was rund 55 € pro Tag ergibt.

Liebe ‚MitfahrerInnen‘, die ihr mich auf meinem Weg begleitet habt, jetzt ist erstmal ein Päuschen angesagt. Fiete II bekommt jetzt noch eine Solarzelle und ich melde mich wieder, wenn es neue Ziele gibt. Macht’s gut!!!

 

  1. Daten
    Start: 017 km
    Ziel:  13.836 km
    Strecke  440  km
    Verbrauch:  10,4 Liter
    Geschw.:   75 kmh
    Strecke:    5 ½ Stunden

 

2 Kommentare

  1. Schön, dass du wieder gesund und munter im Hessenland gelandet bist. Schade, dass es jetzt keine spannend Geschichten mehr gibt. Dann müssen wir wohl bis zum nächsten Trip warten.
    Viele Grüße und welcome back,
    Andrea

    • Liebe Spengli,
      ja, schade. Aber ich verrate Dir jetzt, dass ich im September nochmal 10 Tage an der Ostsee unterwegs sein möchte!
      Dann gibts wieder ‚Abenteuer mit Schicki unterwegs‘ zu lesen. Freu mich auf unser Treffen. LG Ingrid

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