Chianti collini, catastrofe grande e fortuna con Firenze

Wir lieben beständige Dinge. Zum Beispiel ein gemütliches Frühstück unter freiem Himmel, auch wenn dieser sich noch sehr bedeckt zeigt. Die Temperatur liegt bei 24 Grad, und ab und zu fällt ein Regentröpfchen. Wir lassen es deshalb langsam angehen.

Castellina, Blick vom Campingplatz

Ich kann nach dem Hornissenstich wieder halbwegs normal sitzen, allerdings beginnt jetzt die unangenehme Juck-Arie. Tja, nachdem ich gestern Abend out-of-order war, bin ich jetzt wieder blog-fähig. Also ab in die Frühstücksbar, dort gibt es free WiFi, und gebloggt, was das Zeug hergibt. Alles in allem dauert‘s eben mit Text und Bild, mit einpacken, duschen und dem schönen Frühstück…….

Wir starteten gegen halbeins, nachdem ich mich von der sehr netten Rezeptionistin verabschiedet hatte. Superfreundlich, guter Service, alles fein auf dem Platz, und mitten drin in den Weinreben. Ist das Urlaub??? Jaaaaa!
Beständig sind auch unsere Ausflüge, zumindest was die Stopps unterwegs betrifft. Unser Motto lautet „Drei an einem Tag“. Also planten wir Chianti II mit drei sehr empfehlenswerten Stopps: San Donato in Poggio, Barberino Val d’Elsa und Badia a Passagnano. Homebase am Abend ist die Kunstmetropole Firenze.

Wir fuhren gemütlich auf der ehemaligen Handelsstraße Via Cassia, der heutigen SS 2, und erreichten nach nur 12 km unser erstes Tagesziel: San Donato in Poggio. Das mittelalterliche Dörfchen aus dem 13. Jahrhundert liegt weithin sichtbar auf einem Hügel nahe der Superstrada Florenz-Siena. Im den Gassen war es ruhig, keine Touristen, dafür aber immer mehr Sonne. Vor dem Palazzo di Malaspina schnatterten acht Italienerinnen in mittelalterliche Gewändern um die Wette. Sie schienen ziemlich aufgeregt zu sein! Wenige Minuten später fand Klaus den Grund. An einer Ecke stand ein kleines Fernsehteam des Senders RAI. Jetzt machte das Geschnatter für mich Sinn. Weitere Laiendarsteller aus Deutschland waren bedauerlicherweise nicht gefragt! Wir tranken am Ende der Stadtmauer in einer typischen Kaffeebar (rote und weiße Plastikstühle, surfende gelangweilte Dorfbewohner, laufender Fernseher) den bisher besten Cafe Doppio & Cappucino dieses Urlaubs.

Hier gab es den besten Cafe des Urlaubs

Jetzt wartete Barberino Val d’Elsa auf unseren Besuch. Dieser Ort liegt inmitten zweier Täler und bietet ein sagenhaftes Panorama auf die Chiantihügel und die zahlreichen Wein- und Olivenfelder. Ich kann mich kaum daran satt sehen. Direkt unter der Parkanlage aus dem „Müller“ fanden wir für unser fahrendes Häuschen ein gutes Plätzchen und verschwanden hinter einem der beiden Stadttore, dem Porta Romana. Wir fühlten uns sofort ins Mittelalter versetzt! Jahrhunderte alte Häuser, blumengeschmückt und sehr gepflegt erwarteten uns. Übrigens. Hier waren die Etrusker mal nicht die ersten!! Hinter dem wappengeschmückten Palazzo Pretorio aus dem 15. Jahrhundert ragt die Pieve die S.S. Bartolomeo e Stefano mit ihrem Campanile hervor. Ein schmucker Innenraum faszinierte mit einem reich dekorierten Altar.

Hügellandschaft der Toskana um Castagneto Carducci

Kurz vor der Porta Fiorentina entdeckten wir eine Osteria mit einem fantastischen Ausblick, schön eingedeckten Tischen und einem sehr netten und geschäftstüchtigen Cameriere: das Il Campanellino , übersetzt das Glöckchen. Die Küche ist in der alten Dorfbäckerei untergebracht. Spontan blieben wir hier. Erstens um etwas vorzügliches zu speisen und zweitens um den traumhaften Blick zu genießen. Obwohl es schon 15 Uhr war, gab es noch eine warme Mahlzeit. Klaus entschied sich für Gnocchetti mit Pilz-Tomatensoße und ich für toskanische Bruschetta mit Ziegenfrischkäse und Wildschweinschinken. Beides hervorragend. Unser netter Cameriere wollte uns zum Abschuss noch zu eins, zwei Grappa überreden (nixe polizia hier, alles gut), aber der Wein hatte bereits eine gewisse Wirkung entfaltet. Wir schlenderten beschwingt zum Urlaubär und fahren sehr vorsichtig zur dritten Etappe des Tages Badia a Passignano.

Nach dem Genuss von Panzanello Chianti Classico

Hier steht ein wunderbares Kloster, 1049 erbaut, mit einer Zypressenallee vom Feinsten und einem zinnengekrönten Kirchturm. Solche Leckerbissen hat man nicht alleine für sich, die müssen mit Anderen  geteilt werden. Die Abtei wird noch von DREI Mönchen bewohnt. Halbfünf…., Zeit zum Start in die von jährlich 5 Millionen Besuchern übervölkerte Stadt Firenze. Alles ging gut, bis auf……

Wir hatten uns für den 7 km vom Stadtkern entfernten Camping in Fiesole hoch über Florenz entschieden. Und das war gut so, denn der Stadtcamping Michelangelo ist geschlossen.
Kurz nach der Abfahrt verließen wir uns auf Navi Nr. 1 und sahen zu spät das Hinweisschild zum Campingplatz, welches in die entgegengesetzte Richtung zeigte.

Absolutes Wohnmobilverbot

Wieder unten in Firenze angekommen, gab es ein kurzes Päuschen für den Superfahrer, der jetzt doch Nerven zeigte. Wir holten Navi Nr. 2 zu Hilfe. Dies führte uns erneut in die Berge, aber auf ganz normalen Straßen. Plötzlich, an einer Abzweigung, hieß es, nur für bis zu 2.5 Tonnen, rechts war Sackgasse!!! Ganz großes Camping-Such-Kino!!!
Klaus hatte jetzt die Schnauze voll, für ihn kam nur ein anderer Campinglatz infrage. Während der Fahrt auf der CP-Suche blätterte ich im ADAC-Campingführer, schaute kurz hoch und … entdeckte plötzlich eine Area Sosta Camper Firenze Village vom Feinsten. Letztes Jahr neu eröffnet, 4 km vom Centro und mit dem Rad entlang des Arno zu erreichen. Darüber hinaus ein Top-Platz, sehr große Stellflächen, alle von Hecken umrahmt, Duschen vom Besten und free WiFi.

Der Urlaubär nach der Wende-Katastrophe

Hier haben wir ganz schnell Station gemacht. Noch eine Menge Wein zum Runterkommen geschlabbert, Pasta, Pesto & Peccorino dazu gegessen und alles war wieder gut. Der Abend verlief sehr gemütlich. Es hatte noch 27 Grad draußen.
Ungefähr drei Sterne entdeckt und vom Renaissancejuwel Firenze geträumt.
Ja, wer in Urlaub fährt, der kann was erleben!!!!!!!! Gut’s Nächtle.

 

1 Kommentare

  1. Renate Frankenberger

    So scheee – Toscana Urlaub und deine Beschreibungen bereiten mir viel Spaß. Da will ich auch hin! Gruß Renate

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