Abo mit dem ADAC, Stau-Trilogie und endlich ‚Della vita d’Italia‘

Montag 8. Juli 2019

Der Wecker reißt mich um 6 Uhr aus meinen Träumen, und das bei nur 15 Grad, dichten Wolken und Nebel. Aber Immenstadt und die Reparatur von Fiete II sind jetzt das Wichtigste. Ich starte Punkt 7 Uhr und fahre 50 Km später und kurz nach halbacht beim ‚Freizeitpartner Neuss‘ auf den Hof. Nach der Anmeldung geht alles ziemlich schnell und wenige Minuten später kümmert sich ein Servicetechniker um Fietes Problem.

 

Kurz und bündig: Der Küchen-Wasserhahn hat einen Hau! Und der hat die Pumpe ausgelöst und der ADAC Techniker hat ein riesiges Problem draus gemacht. Die Wohnraumbatterie ist völlig in Ordnung! Der Hahn bekommt ein kleines Ersatzteil und einen Tropfen Fixier-Kleber und alles ist wieder in bester Ordnung. Der Rat, wenn das wieder mal passiert (…. Und das tut es…!!), machen sie doch einfach ein festes Gummi drum, irritiert mich. Fiete II ist schon mein 5. Womo und noch nie hatte ich ein solches Problem. Dann lasse ich noch den Radträger überprüfen, das Schloss springt wieder raus, also muss ich es jetzt immer am Träger sichern!!!! Ganz großes ATERA-Kino! Löhne 20 Euronen und begebe mich auf die Reise gen Süden.
Kurzer Stopp an der Tanke, um nochmal preiswerteres Diesel zu tanken (1,209) und wieder zurück über Füssen etc. Ich fahre entspannt, bin erleichtert, dass ich nicht noch Stunden für eine Reparatur rumsitzen musste, höre italienische Musik, es könnte nicht besser sein. In diese relaxte Stimmung haut ein schrilles Warngeräusch rein, alle nur möglichen Warnlampen blinken auf und ich stehe kurz vorm Zusammenbruch!!

Entdecke in Waltenhofen eine Jet-Tankstelle und eine abgefuckte Kfz-Reparaturstätte. Hier hole ich Hilfe, die wiederum mit einem ‚Wohnmobilspezialisten‘ telefoniert, mit dem Ergebnis, da scheint wohl der Öl-Sensor im Eimer zu sein. Na toll, befinde mich hier gefühlt am Arsch der Welt – genau neben einem geschlossenen Allgäuer Käsewagen!!!

 

Also rufe ich erneut den ADAC, warte geschlagene zwei Stunden, mit dem Ergebnis, dass sich während der Fahrt die Trittstufe 1 mm nach außen bewegt hat und dadurch das schrille Geräusch verursacht hat. Irgendwie habe ich für einen Moment die Schnauze voll von der Technik und vom ‚alleine urlauben‘, fange mich aber schnell wieder, auch dank eines supernetten ADAC-Service-Technikers.

Mittlerweile ist es halbeins und ich mache erneut den Versuch, in mein geliebtes Italien zu starten. Diesmal klappt’s! Wenn auch mit sagenhaft viel Verkehr und Stopp & Go auf der Fernpassstraße, der Verbindung nach Innsbruck. In Fronhausen kommt als I-Tüpfelchen noch eine einspurige Ortsbaustelle dazu. Auch übern Brenner läuft‘s sehr holprig. Es befinden sich geschätzte 50% LKWs auf dieser Straße.

Mittlerweile ist die Temperatur von 16 auf 33 Grad gestiegen. Es läuft auf der AB mit 110kmh. Ich bin zufrieden. Fahre durch zig Quadratkilometer Apfelplantagen, Weinfelder, herrliche Ortschaften und stehe kurz vorm Ziel nochmal 10 Minuten im Stau. Es ist viertel nach Fünf und ich biege auf meinen für gestern reservierten Stellplatz ‚Area di Sosta Camper „Lugana Marina“‘ östlich von Sirmione.

Der Stellplatz am Gardasee

Anhalten, durchatmen und ankommen!
Ich genieße die schöne Lage direkt am Ufer des Gardasees, gehe baden, duschen und auf Fotosafari. Anschließend speise ich gemütlich im Ristorante ‚La Con Chi Glia‘ und bin vom einem Birra media, einem Limoncello doppio und einem caffè corretto ziemlich angesäuselt. Beschwingt mache ich mich im schönsten Abendrot auf den Heimweg.

Endlich kann ich das della vita d’Italia genießen, das Dolce Vita, das zirpen der Zikaden, den unendlich weiten Blick über den See, die langsam untergehende Sonne, eine hervorragende ‚Capricciosa‘ und eine ‚cameriera molto carina‘! Ich denke an meine warme 3-Minuten-Dusche, die mit kaltem Wasser endete, ohne Licht und ohne Spiegel. Ja, ich bin in Italien angekommen. Und das ist gut so. Ich chille noch eine Weile auf einer Bank direkt am Seeufer und genieße die Leichtigkeit. Kleines Glück ganz groß!


Daten
Start: 9.688 km
Ziel: 10.150
Strecke: 471 km
Fahrzeit: 6 ¼ Stunden
Geschwindigkeit: 74 kmh
Verbrauch: 11,2 Liter
Maut: Brennero – Affi 15,40 € + Brenner 9,50 €

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