Aachen – Kaiserdomführung und Pilgerkirche

Dienstag, 7. Februar 2017 –

Moin, moin.
Es ist grau in grau und nieselt leicht. Typisches Aachener Wetter.
Kein Grund, aufzustehen, außer wenn man bekennender Arbeitnehmer ist.
Ich fahre also Klaus tapfer zur Arbeit. Danach frühstücke ich gemütlich und lange mit ‚Fiete‘.

Während ich blogge, quetscht sich doch tatsächlich ein schrottiger, halbverrosteter Caravan dicht neben uns rein. Es gibt ja nur noch mindestens 45 freie Stellplätze hier! DIE vier fragwürdigen Figuren, die dann aussteigen, sprechen für sich. Nein, ich habe keine Vorurteile, nur einen gesunden Menschenverstand. Und richtig, später erfahre ich vom Platzwart, dass es Wohnsitzlose sind, die ab und an Behördengänge in Aachen zu erledigen haben. Er rät mir, auf einen anderen Platz umzuziehen.

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Ich starte gegen Mittag zur ADAC-Geschäftsstelle und hole Karten für unsere geplanten Ausflüge nach Brüssel und Antwerpen. Bewaffnet mit Informationsmaterial begebe ich mich zum ersten Mal in einen Waschsalon! Ich lese und warte und in 1 ½ Stunden ist alles sauber und getrocknet.

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Gleich werde ich eine Domführung mitmachen. Vorher schlendere ich nochmal hier und da um die vier Ecken. Es ist nicht viel los im Zentrum. Ich besichtige die Pilgerkirche St. Jakobi – leider nur von außen. Sie ist geschlossen. Ungewöhnlich ist, dass die Jakobsweg-Pilger ihren Pilgerstempel gegenüber  im BIO-Laden erhalten!

Pilgerkirche St. Jakobus

Pilgerstempel

Pilgerecke in St. Jakobus

In der Dominfo hole ich mir anschließend mein Ticket für die Führung. Ich werde nach meinem Alter gefragt und sage mit einem stolzen Lächeln: „Ich bin schon 65 Jahre!“ Die lapidare Antwort lautet: „Dann erhalten Sie bei uns einen Nachlass, 3 € bitte.“ Hmmm, denke ich, der Typ hätte doch wenigstens nach meinem Personalausweis fragen müssen, wenn er schon nicht freundlich bemerkt: „Oh, das hätte ich aber nicht gedacht!“ Wohl doch zu früh aufgestanden in den letzten Tagen, denke ich, und gehe enttäuscht zum Führungs-Treffpunkt.

Couvan-Museum – Zeugnis großbürgerlicher Wohnkultur

Granusturm des Rathauses

Möschebrunnen, das ist Öcher Platt und bedeutet Spatzenbrunnen

Die Besichtigung dauert eine dreiviertel Stunde. Wir bewundern den Thron Kaiser Karls, auf dem er nie gesessen haben soll, und vor allem den Karl- und den Marienschrein. Karls Gebeine stehen im Hintergrund. Eine Meinungsverschiedenheit mit dem Vatikan ist der Grund. Karl wurde ‚nur‘ vom Gegenpapst in Avignon heiliggesprochen, und da es nun keine Gegenpäpste mehr gäbe, müsse der Marienschrein ganz vorne stehen. Die Aachener murren, setzen den Karlschrein in der zweiten Reihe aber auf höhere Beine! Wir erfahren, dass die Bodenplatten denen der Hagia Sophia in Istanbul gleichen, was den Grund hat, dass die ehemalige byzantinische Kirche bis heute eines der großartigsten Gebäude aller Zeiten ist.

Karlschrein im Kaiserdom zu Aachen

Nachdem ich Klaus von der Arbeit abgeholt habe, ziehen wir auf dem Stellplatz um. Anschließend machen wir uns einen wunderbar gemütlichen Abend mit Lesen, bloggen und Satire im Fernseher.

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